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novembre 4, 2019

Die Reformkonservativen

 

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Ewald Stadler

 
Geschichte
Am 23. Dezember 2013 verkündete der Europaabgeordnete Ewald Stadler in einer Pressekonferenz, dass er bei den Wahlen zum Europaparlament 2014 mit einer eigenen Partei, den REKOS, antreten will. Stadler war zuvor am 3. Oktober 2013 wegen „parteischädigenden Verhaltens“ aus dem BZÖ ausgeschlossen worden
 
Die Christliche Partei Österreichs (CPÖ) unter Parteiobmann Rudolf Gehring sowie einige Studenten aus der Jungen europäischen Studenteninitiative (JES), vertreten durch Alexander Tschugguel, haben die REKOS inhaltlich unterstützt. Das Parteiprogramm wurde am 12. Februar 2014 veröffentlicht. Als Ziel für die EU-Wahl gab Stadler 5 % der Stimmen an. Mit 1,18 % wurde dieses Ziel jedoch verfehlt.
 
Nach der Wahl zum Europäischen Parlament 2014 plante die Partei einen Strukturaufbau in Österreich sowie ein bundesweites Antreten zu den nächsten Nationalratswahlen, was jedoch nicht zustande kam.
 
Ausrichtung
Die Partei bekennt sich zur „christlichen Wertordnung, zur christlichen Tradition des Abendlandes, zur staatstragenden Bedeutung der Familie und zum freien Eigentum“, ist EU-kritisch und möchte eine Alternative zur rechtspopulistischen FPÖ und konservativen ÖVP darstellen.
 
Weiters setzt sich die Partei für Tierschutz und ein „leistbares Leben“ ein und tritt gegen „Volksverblödung“ auf, womit eine nur unzureichende Ausbildung von Lehrlingen und Schülern in Österreich gemeint ist. Sie tritt für ein neues Elite-Denken an Schulen und Universitäten ein. Der politische Begriff Rechts soll entdämonisiert werden und von Rechtsextremismus abgegrenzt werden. Der Parteiobmann Stadler kann sich auch eine eventuelle Wiedereinführung der Monarchie vorstellen
 
Außenpolitik
Die Partei übt scharfe Kritik an der westlichen Vorgehensweise gegen Russland in Bezug zur Ukraine-Krise und warnt vor einer militärischen Auseinandersetzung zwischen der NATO und Russland. Sie fordert auch allgemein bessere Beziehungen zu Russland. Das Europäische Parlament soll abgeschafft werden. Insgesamt wird eine „zentralistische“ EU sehr kritisch gesehen, der Integrationsprozess soll umgekehrt werden. Sie fordert zu besonderer Solidarität mit den christlichen Opfern des Islamismus in Gestalt des IS im Nahen Osten auf.
 
Gesellschaftspolitik
Die Familie wird als Keimzelle der Gesellschaft angesehen, dessen klassische Variante (Vater, Mutter, Kind) es zu schützen und zu bewahren gilt. Homosexuelle Partnerschaften, Gender-Mainstreaming und die Ganztagsschule werden ganz besonders kritisch gesehen. Zudem soll die Geburtenrate in Österreich angehoben werden. Elementar wichtig für die Partei ist der Lebensschutz, sie tritt in konservativ-christlicher Manier vehement gegen Abtreibung und Sterbehilfe ein. Eine Liberalisierung von weichen Drogen wie Cannabis lehnt sie strikt ab. Tradition soll wieder eine stärkere Betonung finden, so werden importierte Feste und Bräuche wie Halloween abgelehnt.
 
 
 
 
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LINZ. Ewald Stadler im OÖNachrichten-Interview über seine Teamfähigkeit, Papst Franziskus und die Vorteile, die er in einer Monarchie sieht.

 

JES – Junge Europäische Studenteninitiative

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Amazonas-Synode: Warum aufsehenerregende Figuren im Tiber landeten

Filed under: BRAZIL, KATHOLISCHE KIRCHE, pachamama — Tag:, , , — mirabilissimo100 @ 6:13 pm

 

 
 
Synodenteilnehmer mit der Figur bei der Eröffnung der Amazonas-Synode im Petersdom.
 
 
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Traditionalistische Katholiken warfen Holzfiguren ins Wasser

Amazonas-Synode: Warum aufsehenerregende Figuren im Tiber landeten

Holzstatuen aus einer römischen Kirche landen in den braunen Fluten des Tiber – traditionalistische Kreise feiern diese Bilder. Doch was sollten die indigenen Figuren in einer Kirche nahe dem Vatikan? Ein Fall, der auf eine ganz andere Auseinandersetzung verweist.

Von Christoph Paul Hartmann |  Rom – 22.10.2019

Das vierminütige Video machte in traditionalistischen Kreisen schnell die Runde. Zwei Männer gehen in den frühen Morgenstunden in die römische Kirche Santa Maria in Transpontina nahe dem Vatikan und sammeln in einer Seitenkapelle vier dort aufgestellte Holzfiguren ein, die jeweils eine nackte schwangere Frau darstellen. Unterlegt mit heroischer Musik tragen sie die Figuren auf eine Tiberbrücke in der Nähe der Engelsburg, stellen sie auf die Balustrade und stoßen sie nacheinander ins Wasser.

Die vier Figuren waren im Zusammenhang mit der im Vatikan tagenden Amazonas-Synode in die Kirche gekommen und hatten den Zorn ultra-konservativer Katholiken auf sich gezogen. Sie stammen von einem indigenen Volk am Amazonas, die dargestellte Frau trägt deshalb auch die Züge der Menschen in der Region. Promiment plaziert wurden die Figuren unter anderem während einer Baumpflanzung und einer Zeremonie jeweils zu Beginn der Amazonas-Synode – im Beisein von Papst Franziskus. In Santa Maria in Transpontina wurden sie Teil eines Arrangements weiterer indigener Kulturzeugnisse, darunter ein Boot, Geschirr, Teppiche und Tierfiguren. Auch beim Kreuzweg am Samstagabend war eine der Figuren dabei, als sichtbares Kulturzeichen vom Amazonas, denn viele Synoden-Bischöfe nahmen an der Prozession teil.

Leben, Fruchtbarkeit und Mutter Erde

Auf Nachfrage von Journalisten äußerte sich der Präfekt des vatikanischen Kommunikationsdikasteriums, Paolo Ruffini, am Montag zur Bedeutung der Figuren: “Wir haben bereits mehrfach wiederholt, dass die Figuren für das Leben, Fruchtbarkeit und die Mutter Erde stehen.” Durch die Figuren und die anderen Gegenstände sollte die Kultur der Menschen am Amazonas wohl auch physisch in Rom präsent sein.

Unter traditionalistischen Katholiken sorgten die Figuren von Anfang an für Aufregung. Von “heidnischer Liturgie” ist da die Rede und dass mit der Figur eigentlich die “Pachamama”, eine heidnische Göttin, gemeint sei. Das kanadische Portal “LifeSite” veröffentlichte eine Stellungnahme, die von den Männern hinter dem Video stammen soll. Sie schreiben, dass Gott und jeder, der ihm folgt, “von Mitgliedern unserer eigenen Kirche attackiert wird”. Man wolle das nicht akzeptieren und nicht länger Stillschweigen bewahren. “Wir handeln jetzt!” Die wortstarken Vorbehalte traditionalistischer Gruppen richten sich gegen die gesamte Amazonas-Synode. Das “Instrumentum laboris” wurde bereits als “häretisch” bezeichnet, besonders die Diskussionen um die Priesterweihe verheirateter Männer und das Frauendiakonat wird von diesen Kreisen sehr scharf abgelehnt.

Ruffini verurteilte Diebstahl und Zerstörung der Figuren am Montag. Die Aktion “widerspricht dem Geist des Dialogs, der uns immer inspirieren sollte. Ich weiß nicht, was ich anderes dazu sagen sollte, als dass es ein Diebstahl war. Das spricht wohl schon für sich selbst.” Mitglieder der Initiative “Amazonia casa comun” (Gemeinsames Haus Amazonien) sprachen von einem “Akt der Gewalt”. Darin zeige sich “religiöse Intoleranz und Rassismus” gegen indigene Völker.

Der Streit um die Figuren zeigt die verhärteten Fronten innerhalb der katholischen Kirche. Für die einen sind die schwangeren Frauen Symbol für Menschen einer Region, um die sich die Welt nicht ausreichend kümmert, die von Regierungen und auch der Kirche zu oft alleingelassen werden. Für die anderen wiederum stehen sie für den Versuch progressiver Katholiken, die Substanz des Glaubens von innen heraus zu zerstören. Der von Ruffini angemahnte “Geist des Dialogs” scheint da nur noch schwer umsetzbar zu sein.

Von Christoph Paul Hartmann